Verantwortung bei der Wasserqualität: Wassertest für Vermieter verpflichtend

Wassertest für Vermieter Pflicht

[Enthält Werbung]  Von der Qualität des Grundwassers in Deutschland schwärmen viele Menschen. Und tatsächlich unterliegen die Werte des deutschen Trinkwassers derart strengen Kontrollen, dass die Bevölkerung das Wasser aus dem Hahn bedenkenlos genießen. Nur wenigen Mietern oder Eigentümern ist bekannt, dass die Prüfpflicht der Wasserwerke, die Grenzwerte einzuhalten, an der Grundstücksgrenze endet. Ob das Trinkwasser auch sauber aus der Hausleitung in das Trinkglas wandert bleibt solange ungewiss, bis Eigentümer geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Wasserqualität selbst zu überprüfen.

Wassertest für Vermieter unverzichtbar

 

Vermieter sind in der Bundesrepublik Deutschland an so manche Pflicht gebunden. Einige davon sind sinnvoll, andere weniger. Unverzichtbar ist dagegen die eigenverantwortliche Überprüfung der Qualität des Trinkwassers, das zukünftige (und aktuelle!) Mieter aus ihren Hausleitung zapfen – sei es, um damit zu duschen oder das Wasser an heißen Tagen literweise zu trinken. Dass die Trinkwasserqualität automatisch so gut ist, wie die Werte der ansässigen Wasserwerke angeben, ist ein verbreiteter Fehlschluss. Weil die Prüfpflicht der städtischen Wasserwerke an den Grundstücksgrenzen der Eigentümer endet, können Vermieter nur dann eine verlässliche Aussage über die Trinkwasserqualität machen, wenn sie die Werte durch einen Wassertest überprüfen lassen. Der Weg von der Grundstücksgrenze bis zum Leitungsende mag in vielen Fällen nur wenige Meter betragen, doch es gibt zahlreiche mögliche Problemstellen, die zu einer Verminderung der Qualität des Trinkwassers führen. Nach den Angaben eines deutschen Analyse-Instituts werden die zulässigen Grenzwerte bei jeder sechsten Probe überschritten. Häufige Fehlerfaktoren sind unsachgemäß installierte Armaturen, veraltete oder defekte Wasserleitungen oder ein Bakterienbefall, durch den die unliebsamen Organismen dann direkt aus der Leitung in das Trinkglas gespült werden – um am Ende einen Platz in ihrer Lieblingsbrutstätte, dem menschlichen Organismus, zu finden.

 

Alle drei Jahre müssen Vermieter von Mehrfamilienhäusern ihr Trinkwasser auf Legionellen untersuchen lassen. Auch wenn es verschiedene Ausnahmeregelungen, etwa für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie selbst genutztes Eigentum gibt, sollte bei der Überprüfung der Trinkwasserqualität niemand sparen. Erst ein Wassertest gibt Aufschluss darüber, wie gut die Qualität des Hauswassers wirklich ist – und ob Nachbesserungen an Wasserleitungen oder Armaturen durchgeführt werden sollten. Staatliche zugelassene Prüflabore werten die von ihnen entnommenen Proben aus und stellen auf diese Weise sicher, dass die Grenzwerte auch tatsächlich – und nicht nur theoretisch – eingehalten werden.

 

Wer sich als Vermieter dieser Pflicht entzieht, läuft Gefahr im Schadensfall zu Ersatzzahlungen verdonnert zu werden. Das hat bereits der Bundesgerichtshof in seinem Urteil mit dem Aktenzeichen BGH, VIII ZR 161/14 festgestellt. Demnach gehöre es zur „Verkehrspflicht des Vermieters für eine gute Wasserqualität in den vermieteten Wohnungen zu sorgen.“ Verweigerern droht ohnehin ein saftiges Bußgeld von bis zu 50.000 Euro, wenn der verpflichtende Wassertest einfach ignoriert wird.

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Legionellen – die unsichtbare Gefahr?

Wassertest auf Legionellen

 

Abseits von Schadenersatzleistungen oder Bußgeldzahlungen sollte die eigene Gesundheit für jeden Bewohner das höchste Gut sein. Sich mit Legionellen zu infizieren kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Die im Wasser lebenden stäbchenförmigen Bakterien können die sogenannte Legionellose oder Legionärskrankheit auslösen, einer Erkrankung der Atemwege. Auch wenn die Aufnahme der Bakterien durch das Trinken von Wasser für Menschen mit intaktem Immunsystem meistens kein Problem darstellt, können Überschreitungen der Grenzwerte für die Wasserqualität zumindest für ein latentes Risiko sorgen. Das Damoklesschwert der Legionella pneumophila über dem Wasserglas schweben zu lassen ist in Zeiten verlässlicher Wassertests kaum eine gute Idee. Wasserversorgungen, Klimaanlagen, Whirlpools oder Nebelerzeuger zählen zu den häufigsten Quellen für eine Legionelleninfektion. Der Appell: Ein Wassertest ist am Ende für all jene Menschen sinnvoll, die ihr Trinkwasser auch in Zukunft bedenkenlos genießen möchten.


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