Die besten Steuer-Tipps: Guter Vorsatz für 2017 - Steuern sparen

Bei dem Thema Steuern winken selbst politisch interessierte Menschen ab. Ohnehin ist die Abgabe der Steuererklärung nur bei den wenigsten Steuerpflichtigen mit Jubelstimmung verbunden. Dabei genießt die Steuererklärung im Grunde zu unrecht einen schlechten Ruf, immerhin lassen sich durch sie einmal jährlich Steuern sparen - zumindest wenn man die Einsparpotentiale clever ausnutzt. Der nachfolgende Beitrag zeigt, wie auch Sie einfach Steuern sparen können. Eine übersichtliche Infografik listet zudem auf, wo sich am meisten Steuern einsparen lassen.

Im Jahr 2017 werden Steuern gespart

Tipps: So sparen Sie Steuern
   

Vorsätze für das neue Jahr klingen häufig ähnlich: mehr Sport treiben, weniger Rauchen, mehr Zeit für die Familie haben oder einfach mal wieder in den Urlaub fahren. Ideen gibt es viele, warum aber nicht mal von den Standard-Vorsätzen abweichen und im Jahr 2017 Steuerersparnisse auf die persönliche Agenda setzen?

Eine aktuelle Studie* der Organisation für Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat jüngst ergeben, dass Arbeitnehmer in Deutschland mehr Abgaben und Steuern zahlen, als in vielen anderen Ländern. Dazu hat die OECD die Ergebnisse aus 34 Mitgliedsstaaten miteinander verglichen - mit einem für den durchschnittlichen Bundesbürger ziemlich ernüchternden Ergebnis. Im Fokus der Studie standen die Einkommen alleinstehender Vollzeitarbeitnehmer. Von dem Durchschnittsgehalt in Höhe von 47.042 Euro müssen deutsche Arbeitnehmer demnach rund die Hälfte für Steuerbelastungen und Abgaben aufwenden. Härter trifft es derzeit nur noch die Belgier und Österreicher. Bemängelt wurden vor allem das Ehegattensplitting sowie die hohen Abgaben für Zweitverdiener. Insbesondere Frauen würde dadurch einen weiten Bogen um eine Erwerbstätigkeit als Zweiverdienerin machen. Ideen zur Verbesserung gibt es viele und sie werden auch in den Medien regelmäßig diskutiert. Bei wilden Wortgefechten bleibt es meistens jedoch, wenn es um das Thema Steuererleichterungen geht. Wer Steuern sparen will, muss also selbst aktiv werden und die derzeitigen Einsparpotenziale erkenn und ausnutzen.

Die nachfolgende Infografik zeigt, wo Sie am meisten Steuern sparen.

 

Infografik: Wo sparen Sie am meisten Steuern?

Vier grundlegende Kategorien offenbaren Steuerzahlern Möglichkeiten, um teilweise erhebliche Steuerbeträge zu sparen: der Arbeitsweg, Aufwendungen für die Berufsausübung, Sonderausgaben sowie sonstige Ausgaben. Die folgende Infografik macht die Einsparpotentiale deutlich. Einfach mit dem Mauszeiger über die jeweiligen Bilder gehen und von den Tipps profitieren.

Steuern einsparen: Potentiale nutzen


Ein simples Motto besagt: Wer Steuern zahlt, kann auch Steuern sparen. Nicht jeder Arbeitnehmer ist automatisch zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Wer zum Personenkreis der Steuererklärungspflichtigen gehört, steht in § 149 der Abgabenordnung (AO) sowie in Einzelgesetzen wie etwa dem Einkommensteuergesetz (EStG) oder dem Gewerbesteuergesetz (GewSt). Jedoch kann es auch für Personen, die nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind, äußerst lukrativ sein, das zuständige Finanzamt über die individuellen finanziellen Belastungen zu informieren.

Die obige Infografik stellt die Steuereinsparmöglichkeiten von drei Gruppen von Steuerzahlern vergleichend nebeneinander: Angestellte mit Festgehalt, Angestellte mit Provision sowie Selbstständige und Freiberufler. Bei maximaler Ausnutzung haben Freiberufler und Selbstständige die größten Einsparpotenziale,


gefolgt von den Angestellten auf Provisionsbasis. Obwohl sich für Angestellte mit Festgehalt insgesamt die geringsten Steuereinsparungen ergeben, kann sich die Abgabe einer Steuererklärung auch in diesen Fällen auszahlen. Selbstständige und Freiberufler tragen ein hohes unternehmerisches Risiko und spüren in ihrem Arbeitsalltag einen deutlichen Mehraufwand, wenn es etwa um die Buchhaltung geht. Ein einigen Bereichen haben alle drei Steuerzahlergruppen gute Möglichkeiten, um Steuern sparen zu können: im Bereich der Sonderausgaben, wenn es beispielsweise um die Geltendmachung von Fort- und Weiterbildungskosten, den Kosten für notwendige Versicherungen oder den Bewirtungskosten geht. Auch Kontoführungsgebühren, Zinsgebühren oder die Kosten für die Inanspruchnahme eines Steuerberaters lassen sich absetzen. Vor allem letztere schlagen sprichwörtlich zwei Fliegen mit einer Klappe, weil ein guter Steuerberater nicht nur für die maximale Ausnutzung der Steuersparmöglichkeiten sorgt, sondern sich seine Kosten selbst steuerlich geltend machen lassen. Mehr Geld bei gleichzeitig weniger Aufwand dürfte in den Ohren der meisten Steuerpflichtigen sehr attraktiv klingen.

Die Pendlerpauschale zählt zu den verbreiteten Einsparmöglichkeiten und wird von allen vorgestellten Steuerzahlergruppen regelmäßig und gern in Anspruch genommen. Dass sich insbesondere bei Selbstständigen bezüglich eines Firmenwagens Maßnahmen zur Steuerersparnis eröffnen, wissen jedoch nur die wenigsten - oder aber sie erkennen die ungeheuren Einsparmöglichkeiten nicht auf den ersten Blick. Oft zählen die Fahrzeugkosten bei Selbstständigen zu den größten Kostenverursachern im Arbeitsalltag. Gleichzeitig bietet der Firmenwagen enormes Sparpotential in Form der sogenannten 1-Prozent-Regelung oder durch das Führen eines Fahrtenbuchs. Die einfachere 1-Prozent-Methode arbeitet mit einer Pauschale, durch die Sie für private Fahrten ein Prozent des inländischen Listenpreises inklusive Umsatzsteuer pro Monat versteuern. Das Fahrtenbuch hingegen ist genauer, jedoch ist das Führen eines solchen auch mit einem höheren Aufwand verbunden. Welche der beiden Methode letztendlich günstiger ausfällt, hängt von den individuellen Umständen ab, sodass sich detaillierte Berechnungen stets lohnen. 

 

Zauberwort Werbungskosten

Steuertipps: Wann sich die Werbungskostenpauschale lohnt

Während Selbstständige und Freiberufliche sich die Mehrwertsteuer zurückholen oder Investitions-abzugsbeträge geltend machen können und sie damit flexibel bei der Einsparung von Steuern sind, dreht sich bei "klassischen Arbeitnehmern" oftmals alles um das Steuerthema der Werbungskosten. Besonders einfach ist, die sogenannte Werbungskostenpauschale in Anspruch zu nehmen, die das Finanzamt automatisch in einer Höhe von 1.000 Euro anerkennt, wenn Sie die Steuererklärung abgeben. Das lohnt sich immer dann, wenn die beruflichen Ausgaben unter dieser Grenze liegen. Dafür ist weder eine besondere Markierung auf der Steuererklärung notwendig, noch das Einreichen besonderer Belege. Bei höheren Ausgaben ist es dagegen sinnvoll, die Werbungskostenpauschale nicht anzunehmen, sondern stattdessen die individuellen Ausgaben nachzuweisen. Wer unsicher ist, ob die Grenze von 1.000 Euro im laufenden Jahr erreicht wird, sollte zur Sicherheit sämtliche Belege sammeln, um diese zur Einsparung von Steuern nutzen zu können. Ein kleiner Trick hilft dabei zu ermitteln ob sich die Werbungskostenpauschale lohnt oder man seine Aufwendungen lieber individuell geltend machen sollte. Durch die Berechnung der Pendlerpauschale ermitteln Sie schnell, wie hoch die Belastung bereits durch einen der größten Faktoren, nämlich dem Arbeitsweg, ist. Für jeden gefahrenen Kilometer können Arbeitnehmer 0,3 Euro (30 Cent) von der Steuer absetzen. Die Formel lautet also:

 

Zahl der Arbeitstage x Kilometerzahl einer einfachen Fahrt x 0,3

 

Wohnen Sie beispielsweise 20 Kilometer von ihrem Arbeitsort entfernt und arbeiten Sie lediglich 200 Tage pro Jahr, so ergibt sich daraus bereits eine deutliche Überschreitung der pauschalen 1000-Euro-Grenze. Auch wer bereits durch die Berechnung in die Nähe des Pauschbetrages kommt, wird durch die zusätzliche Möglichkeit, Arbeitsmittel abzusetzen, wahrscheinlich lieber eine individuelle Geltendmachung anstreben. 

 

Fakt ist aber: Die Sparpotentiale sind oftmals größer als man denkt, sodass sich die Abgabe einer Steuererklärung fast immer lohnt.

 


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