Die besten Filme im Kino: Kritik zu Batman vs. Superman

Die bisherigen Kritiken zum neuen Blockbuster aus dem DC-Universum sind eher durchwachsen. Von einem Fehlstart für DC ist die Rede, andere Kritiker bescheinigen dem Film Batman vs. Superman: Dawn of Justice Langatmigkeit oder mangelnden Erzählfluss. All diese Filmkritiken sind vor allem eines: subjektiv. Wer Batman vs. Superman tatsächlich bezüglich seiner Qualität bewerten will, sollte sich selbst ein Bild machen und wenigstens dieses Mal nicht blind auf die Meinungen anderer Vertrauen. Wer es trotz dieser Warnung dennoch tut, verpasst einen Superhelden-Film, der anders ist als seine Vorgänger und dabei vieles richtig, vielleicht aber auch weniges falsch macht. Batman vs. Superman: Dawn of Justice ist eben kein Film für Kritiker, sondern für Zuschauer. Und wer im Stile eines bildgewaltigen Popcornkinofilms unterhalten werden will, der sollte diesen Titel trotz durchwachsener Tests anschauen. Im nachfolgenden Review zu Batman vs. Superman: Dawn of Justice lest Ihr meine Sicht der Dinge, ebenso subjektiv, aber weit weniger vernichtend als das allgemeine Medienecho.

Überzeugendes Schauspiel: Super Batman vs. Badass Superman

Für Filmkritiker gilt zunächst ein Grundsatz: Je vernichtender der Schlag gegen einen Blockbuster ausfällt, desto mehr Publicity heimst der Kritiker für seinen subjektiven Testbericht ein. Bei Batman vs. Superman: Dawn of Justice scheint dieses Motto aufzugehen, denn selbst oftmals nicht beachtete Filmportale werden nun als Quelle für vernichtende Reviews angegeben. Schade, denn der langerwartete Superhelden-Film, in dem zwei der ikonischsten Strumpfhosenträger aufeinandertreffen hat filmisch mehr zu bieten, als so mancher Stimmungsmacher dem interessierten Kinogänger weismachen will. Batman vs. Superman: Dawn of Justice ist der Fortsetzungsfilm von Man of Steel, in dem Henry Cavill zum ersten Mal den roten Umhang umlegen durfte. Seine Verkörperung des Manns auf Stahl gehört zu den besten, die bisher auf der Leinwand zu sehen waren. Der erste Teil aus dem DC Extended Universe war actionreich und bildgewaltig; der zweite Teil, der am Premierentag in den US-Kinos rund 27 Millionen Dollar einspielte, setzt auf noch mehr Action.

 

Die Rahmenhandlung scheint auf den ersten Blick schnell erzählt. Lex Luthor, der Erzfeind von Superman, nimmt Clark Kents Ziehmutter als Geisel, um den Man of Steel dazu zu bringen, Batman binnen einer Stunde zu töten. Wayne, der glaubt, Superman sei für die Zerstörung der Stadt Metropolis verantwortlich gewesen, kommt Superman zuvor, als dieser die Fledermaus eigentlich um Hilfe bitten will. Was zunächst unspannend klingt, entpuppt sich als hervorragend unkomplizierter Rahmen für ein Charakterspiel zweier Giganten: Ben Affleck und Henry Cavill. Beide Schauspieler tragen mit ihren Darbietungen dazu bei, dass der Film Batman vs. Superman: Dawn of Justice sich deutlich von Vorgängerproduktionen aus diversen Comic-Universen abhebt. Wer dachte, man könne die schauspielerische Leistung von Christian Bale kaum noch toppen, der hat die Interpretation von Ben Affleck als Batman schlicht noch nicht gesehen.

Christian Bale gab Batman ein zerrüttetes Sein, das den Zuschauer immer an den Idealen der Fledermaus als "guter Superheld" zweifeln ließ. Bei Ben Affleck dagegen zweifelt niemand daran, dass die Welt einen Batman braucht, der sich gegen organisierte Kriminelle und andere Superschurken auflehnt, um die Menschheit vor dem Untergang zu bewahren. Afflecks Batman ist düster, hart, kompromisslos und damit ziemlich nah dran an der klassischen Comicvorlage.

Henry Cavill zeigt einen Superman, der vor allem eines ist: perfekt. Er ist das Sinnbild des idealen Superhelden, der selbst in dramatischen Momenten nicht davor scheut, um Hilfe zu bitten. Fast könnte man die zwei Helden als umgeformtes "Dynamisches Duo" bezeichnen. Je länger der Film läuft, desto mehr entfalten sich die Charakterdetails. Das rückt bei der ganzen Action leider manchmal in den Hintergrund, zweifellos wäre gemessen an der Laufzeit des Films noch mehr Tiefgang drin gewesen. Nichtsdestotrotz liefern die Hauptcharaktere, einschließlich Gal Gadot als Wonder Woman sowie Jesse Eisenberg als Lex Luthor Bestleistungen ab.

 

Unverkennbarer Stil von Zack Snyder

Technisch kann Batman vs. Superman: Dawn of Justice überzeugen und man merkt als Zuschauer sofort, dass echte Profis Hand angelegt haben, die ihr Handwerk verstehen. Optisch, klanglich und musikalisch präsentierte sich der Film hervorragend, da gibt es in meiner persönlichen Bewertung kaum Spielraum für Kritik. Dass Zack Snyder den Platz auf dem Regiestuhl eingenommen hat, bemerkt man von der ersten Sekunde an. Batman vs. Superman: Dawn of Justice ist düster, atmosphärisch und erinnert von der Machart natürlich an Snyders Vorgängerwerke wie Watchmen, 300 und insbesondere Sucker Punch. Es kracht sehr häufig im aktuellen Superhelden-Blockbuster und als Zuschauer bekommt man visuell auf jedem einiges geboten, typisches Popcorn-Kino eben.

 

Dass neben den beiden Superhelden die Tricktechnik eine zentrale Rolle in einem Actionfilm spielt, mag Kritiker verwundern, mich haben die Verwüstungsorgien, die in der Snyder'schen Farbpalette präsentiert werden, jedoch glänzend unterhalten. Insbesondere bei Highlight des Films, dem finalen Kampf, geht einiges zu Bruch. Der Oberbösewicht und das Drumherum mit Lex Luthor sind eine gelungene schurkische Kombination, der den beiden Filmhelden das Leben angemessen schwer macht. Sicher, einige Szenen wirken konfus und ein wenig kopflos zusammengeschnitten, doch das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich auch im Film Batman vs. Superman: Dawn of Justice ein roter Faden durch den Film zieht, er ist manchmal einfach schwerer zu erkennen. Einige Kritiker bemängeln, dass die Filmhandlung den Zuschauer emotional nicht abhole. Ich halte das eher für eine fehlerhafte Erwartungshaltung als für eine fehlerhafte Handlung. Nach Nolans "Dark Knight Trilogie" habe ich nicht wieder einen Film erwartet, in dem eine Batman-Figur mich emotional berührt. Ich habe mir einen Draufgänger gewünscht, einen harten und aggressiven Superhelden - und genau das habe ich auch bekommen. Für viele Emotionen ist kein Platz in diesem Film, auch 300 war wenig emotional, eher pathetisch und trotzdem auf seine Weise fesselnd.

 

Fazit

Wer unbefangen an Batman vs. Superman: Dawn of Justice herangeht, der wird kaum enttäuscht sein nach 150 Minuten Action-Kino. Erst recht nicht als DC- oder Comic-Fan. Man kann sicher vieles kritisieren in dem Blockbuster und dem Film auch Tiefgang absprechen, aber nicht, dass er ein Fehlstart wäre oder unter mangelndem Erzählfluss leide. Jede Filmszene hat ihre Daseinsberechtigung in Batman vs. Superman: Dawn of Justice, nur sollte man manchmal ein wenig Mitdenken oder sich die Comicvorlagen in Erinnerung rufen.

Wenn es rumst und kracht im Kinosaal und man als Zuschauer das Gefühl hat "mittendrin statt nur dabei" zu sein, haben Action-Filme ohnehin alles richtig gemacht. Ich habe mich jedenfalls bei Nachos mit Käse und einer Coke fürstlich unterhalten gefühlt.

 

Und Ihr? Teilt mir gern Eure Meinung zum Film Batman vs. Superman: Dawn of Justice mit. Hier in den Kommentaren oder auf Google+ oder Twitter. Ich bin gespannt auf Eure Wertungen.

Bewertung der Alltagstauglichkeit

                  4 von 4 Punkten


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